Kunstturnen: SM Elite in Morges

( Text: Valentin Mbarga, Fotos: demnächst )

 

Am Wochenende vom 2./3. September 2017 fanden im Lausanner Vorort Morges (VD) die Schweizer Meisterschaften Kunstturnen statt. Nach kurzfristigen verletzungs- resp. unfallbedingten Absagen von Fabienne Strub und Jonas Munsch, wurde das NKL dieses Jahr nur von Janick Brunner vertreten. Der im NKL trainierende, für den TV Lupsingen startende Turner, war der einzige Vertreter an diesen Meisterschaften. Den WK beendete er auf dem 15. Platz. Er turnte an allen Geräten, musste jedoch am Boden und am Barren je einen Sturz in die Wertung nehmen.

 

In folgendem Interview schildert Janick seine Eindrücke:

 

Janick, du hast am Wochenende an den Schweizer Meisterschaften (SM) Kunstturnen teilgenommen. Erzähl uns kurz in ein paar Stichworten, wie es für dich gelaufen ist?

 

Schweizweit ist es der grösste Wettkampf den es gibt. Daher war es für mich auch ein sehr cooles Highlight, bei dem eine Teilnahme nicht selbstverständlich ist. Obwohl ich kein Kaderathlet mehr bin, sprich auch nicht mehr voll Leistungssport betreibe, war der Sechskampf an der SM ein Ziel von mir. In diesem Jahr fiel der Termin ziemlich nahe an meine Ferien (die SM findet immer als Vorbereitungsturnier kurz vor der Weltmeisterschaft statt), weshalb ich körperlich und vom Rhythmus her nicht ganz fit war. Trotz geringerer Vorbereitungszeit bzw. weniger Trainingsaufwand konnte ich dennoch das was ich mir vorgenommen habe zeigen und durchturnen.

 

Vergangenes Wochenende hattest du einmal die Möglichkeit, die Schweizer-Elite mit einer gewissen Distanz ein bisschen detaillierter unter die Lupe zu nehmen. Was hältst du vom Niveau der Elite?

 

Die Qualität ist sicherlich sehr hoch, auch wenn es am Wochenende teilweise einem Sturzfestival glich.

Grundsätzlich hat sich das Niveau in den letzten Jahren meiner Meinung nach enorm gesteigert, was für den Schweizer Turnsport natürlich genial ist. Das macht es dann für mich umso spannender, wenn ich an einem solchen Event wie letztes Wochenende gegen ein so starkes Feld turnen kann. Obwohl ich in meinen Augen wohl kaum mehr an dieses Niveau herankommen werde, kann ich dennoch versuchen, die Spitze zu fordern und gleichzeitig Vergleiche ziehen, welche mir in meiner Entwicklung weiterhelfen.

 

Wie geht es nach einem ereignisreichen Wochenende für dich nun weiter?

 

Für mich stehen als nächstes noch die Schweizer Mannschaftsmeisterschaften an. Als ältester Turner bin ich Teamleader und werde dort auch wieder einen Sechskampf zeigen. Anschliessend steht für mich dieses Jahr sportlich kein Wettkampf mehr an. Ich turne und trainiere weiter, um auch nächste Saison im Frühling und Sommer wieder Wettkämpfe bestreiten zu können. Die SM war eine gute Gelegenheit zu sehen, wo ich vom Leistungsstand her stehe. Ich konnte wertvolle Schlüsse ziehen und habe gemerkt, dass mit vollen Kräften und einem für meine Verhältnisse sauberen Trainingsrhythmus immer noch einiges drin liegt. 

 

Über den Athleten Janick Brunner

Janick (Jahrgang 1994) war bis vor einem Jahr Mitglied des erweiterten Nationalkaders. Danach entschieden sowohl die Trainer, als auch er aus eigener Initiative, dass man dieses Jahr nicht mehr auf Leistungssportebene weiter turnen würde. Nach mehreren Verletzungen bekundete er Mühe, das hohe Niveau zu halten. Trotz anschliessendem Rücktritt aus dem Leistungssport, blieb der ehrgeizige Turner dem Kunstturnen treu und trainierte weiter. Wie er selber sagt, läge ihm der Sport zu sehr am Herzen um komplett damit aufzuhören. Neben seinen eigenen Trainingsstunden leitet Janick als Trainer in Ausbildung die Trainings der jüngeren Turner und kann ihnen so wertvolle Tipps aus eigener Erfahrung weitergeben. Daneben arbeitet er 60% in einer Schreinerei in Bubendorf.

 

Download Rangliste_SM_Kutu_2017.pdf (5.1MB)

 

Einige Impressionen